06.03.2013

Der OV Washington – Ein "treffliches Beispiel für innovative grüne Basisdemokratie"

Was macht die deutschen Grünen so besonders? Was erklärt ihren Erfolg in der deutschen Politik? Nicht zuletzt diesen Fragen gehen die Autoren Andrei S. Markovits und Joseph Klaver in ihrer neuen Studie  "30 Years of Bundestag Presence: A Tally oft he Green's Impact on the Federal Republic of Germany's Political Life and Culture" (englisch / deutsch) nach, vorgestellt anlässlich des 30-jährigen Jubiläums des erstmaligen grünen Einzugs in den Bundestag am 6. März 1983.

Die beiden Wissenschaftler zeichnen das Bild einer Partei, die in die Sphären der "mainstream politics" vorgestoßen sei und sich einen Platz in deren Institutionen erkämpft habe, ohne ihre Einzigartigkeit zu verlieren oder ihre Wurzeln zu vergessen. Einer Partei, die für Basisdemokratie und Innovationsfähigkeit stehe, die über den Tellerrand des nationalen Politikbetriebs hinaus blicke und in globalen Zusammenhängen denke.

Der OV Washington, so Markovits und Klaver, sei ein "aufschlussreiches Beispiel" dafür, wie diese grüne Partei ticke: "Unkonventionell und kosmopolitisch". Mit seinen Zielen, sowohl die im Ausland lebenden Deutschen in die politischen Geschehnisse in ihrer alten Heimat einzubinden, als auch Brücken für grüne Politik in die amerikanische Politik und Gesellschaft hinein zu bauen, sei der OV neue Wege gegangen: Als erster seiner Art in der deutschen Parteienlandschaft hätten die Grünen damit einen innovativen Schritt unternommen, der nicht nur das "out-of-the-box" Denken sondern auch die globale Ausrichtung grüner Politik unterstreiche.

Petra Kelly ist die Idee der transatlantischen Zusammenarbeit eine Herzensangelegenheit gewesen. Die Friedensaktivistin und Mitgründerin der Grünen wollte die Strukturen dafür schaffen, einen Dialog zwischen den grünen Milieus auf beiden Seiten des Atlantiks zu ermöglichen. Knapp 40 Jahre nach Kelly's Studienzeit an der American University in Washington D.C. und ihrer Mitarbeit in der Wahlkampagne von Senator Robert F. Kennedy wurde eine Grundstein für diesen Dialog geschaffen. Am 13. April 2008 gründete sich der OV Washington, der erste Ortsverband einer deutschen Partei in den USA und der erste OV von BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN außerhalb Europas. Laut der Parteienforscher Markovits und Klaver ein "bezeichnendes Beispiel dafür, wie es die Grünen generell geschafft haben, sich in einer konventionellen und 'normalen' Art und Weise zu institutionalisieren, und gleichzeitig einer Organisationsstruktur treu zu bleiben, die in ihrer Hingabe zur Basisdemokratie tief verwurzelt ist."

Die vollständige Studie "30 Years of Bundestag Presence: A Tally oft he Green's Impact on the Federal Republic of Germany's Political Life and Culture" wurde vom American Institute for Contemporary German Studies an der John Hopkins University und der Heinrich-Böll-Stiftung Washington D.C. veröffentlicht. Ihr könnt sie hier (englisch / deutsch) downloaden. Die Passage zum OV Washington findet ihr auf Seite 13.

zurück

URL:http://gruene-washington.de/neuigkeiten/expand/445245/nc/1/dn/1/