Über Uns - Bündnis 90/Die Grünen OV Washington D.C


Gründungsfoto

Der 4. Juli, der Tag an dem Amerika die Geburtstunde der Demokratie und der ‚United States of America' mit Paraden und Feuerwerk feiert, ist auch der Tag an dem die Idee unseres bündnisgrünen Ortsverbandes in Washington, DC, geboren wurde. Auch wenn wir der erste deutsche OV aller Parteien in den USA und der erste grüne OV ausserhalb Europas sind, waren wir mit Sicherheit nicht die ersten Grünen, die sich in Washington über grüne Politik Gedanken gemacht haben: Schon Petra Kelly hat hier ihren grünen Weg als Studentin an der American University und als ‚Campaigner' für die Demokraten und Martin Luther King begonnen. Deutschen Grünen, die hier bei den Stiftungen und Think Tanks, bei der Weltbank oder den US-Demokraten arbeiten, drängen sich die Themen des Ortsverbandes geradezu auf: Globale und grüne ‚Issues' – und die Menschen die sich mit ihnen beschäftigen - begegnen einem in Washington überall. Es wimmelt an Ideen und spannenden Leute die diese Ideen umsetzen wollen.

Nur wie bringt man das nach Hause in den grünen Diskurs und den grünen Diskurs nach Washington? Wir wollen uns auch in der neuen Heimat mit grüner Politik in Deutschland beschäftigen. Gleichzeitig wollen wir uns in den grünen Diskurs in Deutschland einbringen, vor allem dort wo die transatlantische Perspektive fruchtbar ist - etwa beim Thema Globalisierung, in der Entwicklungspolitik, beim Klimaschutz, der Definition von Deutschlands Rolle in der Welt oder der Frage was man von den Demokraten im Wahlkampf 2008 lernen kann.

Irgendwann war dann klar: Wir sind eine globale Partei, wir haben globale Themen und mittlerweile leben die Grünen überall auf dem Globus. ‚Nur noch ein kleiner Schritt uns auch global zu organisieren!' dachten wir. Doch bis zur Gründung verging noch ein dreiviertel Jahr: Wie macht man das? Wer ist hier eigentlich alles Grün? Werden wir Orts- oder Kreisverband? Sind wir ein OV für die ganzen USA? Was ist mit New York? Dürfen nur Deutsche Mitglieder sein oder auch Österreicher? Oder gar Amerikaner? Was gehört zu einer richtigen Satzung eigentlich dazu? Glücklicherweise standen uns dabei der für das Ausland zuständige LV Berlin und der KV Berlin-Mitte mit Rat und Tat zur Seite. Wir haben uns auch einiges bei den Brüsseler Grünen und so mancher ostdeutschen OV Gründungen abgeguckt (wer macht so was in Westdeutschland noch?). Gelernt haben wir auch viel: Zum Beispiel, dass eine deutsche Partei eine solche bleibt, solange nicht mehr als die Hälfte ihrer Mitglieder - oder des Vorstands - Ausländer sind. Das scheint erstaunlich kosmopolit und weltoffen, vor allem wenn man bedenkt, dass man sich als Ausländer in den USA noch nicht mal die schicken Obama-T-Shirts von der offiziellen Internetseite kaufen darf. Das wäre nämliche eine unerlaubte, ausländische Parteispende.

Acht Mitglieder braucht es, um ein OV zu gründen, und acht Grüne (davon vier Neugrüne) waren wir. Einen Paten, der der Gründung vorstand, war mit dem Bremer Umweltsenator Reinhard Loske auch bald gefunden. Reinhard war zur gleichen Zeit auf politischer Mission in Washington D.C. und sagte sofort zu. Dass wir zunächst mit zwei männlichen Vorsitzenden starteten, lag weniger am Machtdrang der beiden Männer, denn an mangelnden weiblichen Bewerberinnen. Aber auch das wird sich ändern. Seit der Gründung haben wir uns vermehrfacht: Wir sind jetzt 12 ‚offizielle' Grüne, unsere Facebook Group hat 118 Mitglieder, auf Twitter folgen uns 324 Leute und auf einem der letzten OV Treffen waren 22 Leute und zehn passten nicht mehr rein. OK, Jürgen Trittin war da. Aber immerhin.

 

 
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